superhuman woman

ich habe heute eine schöne geschichte für euch, darüber wie wir als weiße personen privilegien und vorrechte genießen, die auf rassismus basieren. wie heißt es so schön: unwissenheit schützt vor strafe nicht. die entwicklung des impfstoffs gegen kinderlähmung, die erforschung der ursache des downsyndroms, der erste klon oder eine der schier endlosen erfolgreichen medizinischen forschungsprojekte: ohne die geklauten, unsterblichen, menschlichen krebszellen der henrietta lacks, wäre dies nicht realisierbar gewesen.

wie wunderbar! toll! wäre da nicht…das machtgefälle zwischen arzt und patient. wäre nicht die kluft zwischen forschungsethik und anerkennung. die ärzte haben der afro-amerikanerin ungefragt gewebeproben entnommen, die bis heute in der medizinischen forschung eingesetzt werden. bis heute wurden etwa 50 tonnen der sogenannten HeLa-zellen gezüchtet! die erste unsterbliche menschliche zelllinie war geboren.

henrietta ist ein superhuman. unsterblich. sich permanent teilend und der menschheit dienend. medizinisches sklaven-material sozusagen. aber sie sollte nicht undankbar sein, schliesslich haben die götter in weiß ihr damals eine kostenlose behandlung ihrer krankheit ermöglicht. spitze! wirklich großartig, wo doch kaum ein krankenhaus schwarze verpflegt hat. aber wenn es denn als medizinisches material nützlich ist, dann wäscht eine hand die andere. auch wenn die eine garnichts davon weiß. nicht schlimm. wir waschen unsere hände in unschuld, denn wir wußten nämlich auch nichts davon.

gewebeklau im kontext von rassismus, rückgabeforderung und ethischer betrachtung? jetzt hör aber mal auf, das führt wirklich zu weit. ist doch alles gut. tut doch keinem weh. lasst uns schön bequem weitermachen und davon profitieren und henrietta blickt bestimmt seelig von ihrer weißen wolke auf uns herab und freut sich, der gesamten menschheit so viele gefallen zu tun – obwohl die es immer noch nicht hinbekommt, auch schwarze als gleichberechtigte menschen anzuerkennen. gähn.

zumindest hätte das deutsche hygienemuseum hier die gelegenheit gehabt, einen bezug zur aktuellen rassimus-ausstellung im eigenen haus herzustellen – wenn es denn gewollt hätte. schade, dass eine solche institution, die auf eine teilweise fragwürdige geschichte zurückblickt, nicht die gelegenheit nutzt, haltung zu zeigen und gesellschaftliche verantwortung zu stimulieren. das geht besser. ist aber freilich nicht so bequem.

raus aus der komfortzone!

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