die ordnung der dinge // teil 6 – rassismus

pustet der wind wirklich den kopf frei? ist es wichtig, etwas für die nachwelt zu hinterlassen? was ist liebe? warum glauben kinder an den osterhasen? warum werden wir erzogen? kann man sich selbst genügen? braucht uns die natur? warum ist egoismus so negativ behaftet? und warum gibt es rassismus?

im ernst, warum gibt es leute die andere leute anfeinden nur weil die anderen leute anders sind als die anderen leute? moment mal: wir selbst sind rein theoretisch für alle ausser uns selbst auch immer „die anderen“. das heißt, die frage die sich tatsächlich manche leute da draussen stellen, von wegen was rassismus einen angeht, wenn man weiß ist, erübrigt sich.

willst du etwa kein vorbild sein?

sie erübrigt sich zu einen, weil spätestens jetzt klar ist, dass jeder in diese situation kommen kann, je nachdem in welchem umfeld er sich befindet. zum anderen, weil wir eine verantwortung als vorbild innerhalb unserer gesellschaft tragen. übrigens nicht nur für die jüngeren, die kinder, sondern gegenüber allen. nachweislich ist der mensch der genialität verpflichtet lernfähig zu sein, bis zum zeitpunkt seines ablebens. es gibt also keine alters-ausrede.

shaping minds – eine haltung formen und entwickeln – für sich selbst und innerhalb der gemeinschaft in der wir alle leben, ist eine aufgabe, der wir alle begegnen müssen. das vermögen zu entwickeln, sich in mein gegenüber hineinfühlen zu können. was im übrigen nichts anderes als empathie ist und somit etwas ur-menschliches, das im grunde in uns allen schlummert.

ist das grundgesetz emotional?

empathie ist eine grundvoraussetzung, um unserem grundgesetz gerecht werden zu können. diesen leitplanken unseres zusammenlebens. diesem grundgesetz, in welchem der grundsatz formuliert ist, laut dem wir alle gleich sind.

ich weiß, rassismus und der hinweis auf rassistisches verhalten oder denken, ist für viele von uns problematisch. im sinne von, dass es uns schwer fällt festzustellen, dass keiner von uns sich rassistischem verhalten entziehen kann. bewusst oder unbewusst. und in diesem unbewusst-sein liegt auch der hund begraben. vieles passiert sozusagen ungewollt, aber, um noch eines dieser tollen deutschen redewendungen heranzuziehen: unwissenheit schützt vor strafe nicht. und vorallem, macht es die sache nicht besser. im gegenteil. so verfestigt sich unbewusster rassismus in alltags-rassimus.

bist du etwa auch rassistisch?

wir sind alle rassistisch. laut austen p. brandt ist rassistisch infiziert sein, der gesellschaftliche normalfall. auch ich. selbst opfer von rassismus. ich werde hier keine polen-witze zitieren – die fallen euch sicher selbst ein. was ich aber gerne empfehlen möchte, als pflichtlektüre für menschen die ihre anti-rassistische sicht- und verhaltensweise pflegen wollen, ist das lesen von „deutschland schwarz weiss“ von noah sow. sie schreibt nachvollziehbar und schonungslos über den alltäglichen rassismus, ertappt uns und hält uns den spiegel vor. und ganz im ernst, man entdeckt neue seiten an sich selbst, die auch erschreckend sein können, aber zumindest sieht man die mal und kann sie bearbeiten. diesem buch gelingt es, den hauch einer ahnung zu bekommen wann und wie wir uns rassistisch verhalten, gegenüber schwarzen, obwohl wir von uns behaupten würden nicht rassistisch zu sein!

noah sow schreibt in ihrem buch unter anderem, der hinweis auf rassistisches oder ähnliches verhalten, sei im grunde wie der hinweis auf salat zwischen den zähnen zu betrachten: es ist kein riesen ding, vielmehr ein guter input, geh einfach ins bad, entferne ihn und weiter gehts!

kann ich den salat nicht einfach drin lassen?

was das alles mit ordnung zu tun hat: es hat mit struktur, mit klassen- und rassengesellschaftsschichten, mit wir und die, mit abgrenzung und eingrenzung zu tun. wenn bestimmte menschen von der mehrheitsgesellschaft zugeschrieben bekommen, „rassisch“ andersartig zu sein, nennt man das „rassifizieren“. es handelt sich also um eine aktive konstruktion, um etwas, das erst künstlich hergestellt wird. diese strukturierung, diese art der einteilung von menschen, von hierarchien, passiert schon so ewig lange, dass sie für viele leute normal und als „natürliche ordnung“ erscheint. schön, dass wir immer wieder bei diesem begriff -normal- landen, diesem normkonformität-beschreibenden adjektiv, das wir unbedingt permanent hinterfragen und neu definieren sollten.

auf die gefahr hin, mich selbst zu zitieren: nicht die normen legen das menschliche fest, sondern menschlichkeit ist die blaupause für normen. vielfältig. lernfähig. veränderbar.

wenn andere kulturen, wenn andersartigkeit, als normalität etabliert wird und wir alle ganz selbstverständlich damit aufwachsen, werden wir das andere als das andere wahrnehmen, ohne es als schlechteres werten zu müssen. denn das andere macht mich neugierig, es interessiert mich, es kann mir eine bereicherung sein und ich kann nur über mich hinauswachsen, wenn ich für anderes ausser mir selbst offen bin.

open your minds and shape your minds

 

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