#schonwiederein#

ernsthaft? schon wieder so ein hashtag? wird das nicht langsam anstrengend-langweilig sich immer ein neues wort zu überlegen und einen zaun davor zu stellen? ufz. was sich wiederholt interessiert nun mal nicht so sehr wie beim ersten mal. einen witz erzählt man schliesslich auch nicht zweimal. das ist unlustig. vielleicht war das allzu spektakuläre das problem an der sache. die immens grosse aufmerksamkeit, die sich absehbar nicht auf dauer so halten konnte. ein ausbruch der vorbei ist, dessen lava langsam erkaltet. vielleicht. oder nicht?

offensichtlich sind einige bemüht, es nicht bei ein paar verbrühungen zu belassen. denn dann wäre metoo nichts weiter als eine kurzsichtige schaumschlägerei mit einzelnen blauen augen und unzähligen opfern. das thema gibt aber weitaus mehr her und der rückenwind des bereits losgetretenen lässt sich nutzen. so gesehen ist der neue hashtag zwar von außen betrachtet wieder-so-ein-hashtag, genauer betrachtet aber die fortsetzung in die konsequenz des handelns. was durch metoo ausgelöst wurde, vorwürfe und enthüllungen, diese einseitigen wenn auch schockierenden berichterstattungen, können nun auch zum dialog werden. genau genommen ist der dialog auch schon währenddessen entstanden, weil sich jeder darüber ausgelassen hat, sogar diejenigen die als nicht-betroffene dem ganzen spektakel nichts ernsthaftes abgewinnen wollten, oder konnten. und gespräche entstanden sind, die  weniger um die sache ansich kreisten, als vielmehr kritisch besprachen ob die art und weise wie metoo sich scheinbar epidemisch ausbreitet, ernst zu nehmen ist. oder ob das ein klarer fall von trittbrettfahrerei sei. bis hin zum beurteilen-wollen was genau denn eine sexuelle belästigung sei und was nicht, also die einschätzung von außen ob sich jemand berechtigterweise belästigt nennen darf. wer zum inner circle gehört und wer nicht. ob youtoo oder notme. bis hin zu itwasnotme.

zugegeben. die sache mit den hashtags und den griffigen kurzformulierungen dahinter ist sehr einladend. es funktioniert marketingtechnisch gut, intellektuell kann sich jeder direkt dranhängen und es hat was unverkrampft junges, kommt nicht so besserwisserisch daher. aus dem leben. wie du und ich, ja, du auch! aber worauf ich hinaus will ist, dass es sich hierbei nur um die fassade handelt. das was nach außen attraktiv genug sein möchte, dass auch möglichst viele mitmachen wollen. denn jede  revolte braucht: anhänger. menschen die sich für dieselbe sache zusammentun. die unzufrieden sind mit einem bestimmten zustand und diesen einfach nicht weiterhin als gesetzt akzeptieren wollen. und das ist das wirklich relevante an der metoo-aktion, das was dahinter steckt und was die ganze hitze produziert hat, die sich zwangsläufig irgendwann explosionsartig entladen muss.

es gibt das draußen in der realen welt ungleichheit und ungerechtigkeit. und das soll nicht so sein. das muss so nicht sein. dafür muss man aber ein paar grundlegende dinge in angriff nehmen. um dinge zu ändern, muss man sie zunächst identifizieren, benennen (also aussprechen) und ein ziel formulieren (wie genau will man verändern).

Die Veränderung einer Gesamtsituation ist also Grundlage für die Entwicklung von Individuen, die in ihr existieren. Sie reagieren auf die Veränderung, erwerben damit die Fähigkeit, sich nach Veränderungen zu stabilisieren, und schaffen damit Kompetenzen, die Individuen spezifisch kennzeichnen und mit deren Hilfe sie sich fortentwickeln. Individuen profitieren von Veränderungen.

würden diese niemals endenden prozesse innerhalb unserer gesellschaft nicht stattfinden, wäre ein soziales miteinander garnicht möglich. würde einfach immer alles so bleiben wie es schon immer gewesen ist, wäre eine weiterentwicklung nicht denkbar. stillstand.

shonda rhimes und 299 weitere, amerikanische frauen, knüpfen deshalb direkt an und gehen zum nächsten schritt über. nachdem durch die metoo-debatte klar und lautstark benannt wurde was nicht okay ist, werden ziele formuliert und nächste, konkrete maßnahmen vorgenommen um die probleme anzugehen und die dinge zu verändern. um den menschen die den mut haben über das erlebte zu sprechen fachlich zu unterstützen, rechtliche schritte einzuleiten und gesetzesanpassungen durchzusetzen. und so wird die aus hollywood entsprungene, scheinbare film-szene-debatte, zu dem alle umfassenden thema das es ist. weltweit. jederzeit.

 

der nächste hashtag

edition f zu #timesup

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