the power of love

der pas de deux zweier sammlungen – als titel dem emotionalen wie künstlerischen höhepunkt des klassischen balletts entlehnt – möchte die notwendigkeit bewusst machen, in einer zunehmend bedrohlicher werdenden welt die vielfältigen aspekte des menschseins präsent zu halten. themen wie mythos und gegenwart, zeit und raum, kostbarkeit und transzendenz, selbstwahrnehmung und kollektives handeln, aber auch erfahrungen von endlichkeit und gelassenheit haben grundlegende bedeutung. (ausstellungsbeschreibender text, kolumba, köln)

eins meiner liebsten ausstellungshäuser, das kolumba in köln, hat mich offenheit gelehrt. seit meines ersten besuchs dort. mein zugang zu religiosität und somit auch zur sakralen kunst ist geprägt, nicht unbedingt positiv muss ich dazu sagen. dennoch bin ich mehr als froh, mich immer wieder auf die werke, die mit religion zu tun haben, einzulassen. mich damit zu beschäftigen, da auch das verstehen-wollen des glaubens zum verweigern desselben gehört. mit begeisterung stelle ich also fest, dass es immer wieder herausragende beispiele dafür gibt, dass sich auch im kirchlichen sektor einige menschen mühe geben offen für neues zu sein und sich mit dem ständig in bewegung seienden, den unterschiedlichen befindlichkeiten, meinungen und perspektiven auseinandersetzen wollen.

das kolumba hat es auch in der aktuellen ausstellung wieder geschafft den eigenen horizont zu öffnen. der persönliche wissensstand, in bezug zur kunst, spielt dabei gott-sei-dank keine rolle. vielmehr geht es um neue bezüge und koexistenzen innerhalb der ausstellungsräume – und darüber hinaus. filigrane miniaturabbildungen in winzigen bibeln, durchzogen von faszinierenden verzierungen und details, bestechen in ihrer kunstfertigkeit. völlig gelöst von ihrem inhaltlichen kontext. flankiert von objekten unterschiedlichen alters, die aus dem römisch-germanischen museum entliehen sind, begegnen sie immer wieder zeitgenössischen kunstwerken die nicht mehr als eine farbfläche auf leinwand sein wollen – sofern man nicht genau genug hinschaut. spiegelnde und reflektierende vitrinen und gläser geben den blick auf darin präsentierte schmuckwerke preis und verschmelzen mit dem eigenen spiegelbild. besucher jeden alters tauschen sich in unterschiedlichen sprachen über das gesehene aus. kinder laufen durch die großzügigen räume, in denen die terrakotta zum teil unbezäunt auf dem boden liegt, durchlaufbar, „instagram-able“.

diese kunst ist teil meiner kultur. ich bin mit der kirche und ihren geschichten aufgewachsen, war teil davon, bis ich entschieden habe es nicht mehr zu sein. offiziell. denn natürlich kann etwas das so tief in mir und meiner familiengeschichte verwurzelt ist, nicht einfach „ausgerissen“ werden. umso mehr freut es mich, wenn ich ihr auf so positive und offene weise begegnen kann. völlig ungeachtet dessen wie ich dazu stehe was die kirche denkt und tut. dass es möglich ist, sich dem thema ansich zu nähern, sich damit auseinanderzusetzen, es als teil der tradition und geschichte zu akzeptieren und zu verstehen. das macht es möglich diesen auch anzunehmen und weiterzugeben, ohne vorbelastetes wiederzugeben. denn wenn ostern ist, oder pfingsten, weihnachten oder sankt martin, bei all diesen gelegenheiten holt uns unsere geschichte ein. es gibt gute teile. es gibt schlechtere. wichtig scheint nur, sie zu kennen, um sie für sich bewerten zu können. und es ist okay wenn die anderen ihren kindern erzählen der weihnachtsmann oder das christkind brächte die geschenke. bei mir bin es nun mal ich. ich nehme die wünsche entgegen. ich referiere über die weihnachtsgeschichte und den weihnachtsmann als teil einer geschichte die uns lehren will. nicht mehr. nicht weniger. und dass wir keinen von beiden brauchen, um zu erkennen ob wir in diesem jahr „gut“ waren oder nicht, das wissen meiner kinder auch. weil ich es weiß. und sie selbst auch.

aber darüber zu sprechen, was glaube ist, was er bewirken kann, unabhängig von dem woran man glauben mag, scheint mir wichtig. und die auseinandersetzung mit diversen glaubensrichtungen hilft dabei zu erkennen, was allen gemeinsam scheint. die immense kraft des glaubens ansich. an die liebe, vorallem zu sich selbst.

frankie goes to hollywood

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