no two snowflakes are alike

es hat sich doch schon so viel getan. es ist doch garnicht mehr so schlimm wie früher. wir sind doch schon auf einem guten weg. uh! es fällt mir schwer diese sätze zu hören und nicht total aggressiv und wütend zu werden. diese worte die sich versuchen auf mich zu legen wie eine unschuldige, sanfte schneedecke. dämpfend und schallschluckend. beruhigend. aber was, wenn ich mich garnicht beruhigen will? koche vor wut bis der schnee schmilzt und dann wird er das was er eigentlich ist: einfach nur wasser. ich möchte nicht besänftigt werden und mich mit dem zufrieden geben, was augenscheinlich schon erreicht wurde. weil es mir schlicht und ergreifend nicht reicht! ich will mehr! ich will weiter! und dieses gefühl hat manchmal so starke ausmaße, dass es garnicht weiß wohin, weil mein körper ein viel zu kleines gefäß für diese gefühle ist. alles muss raus. in worten. in lauten. in taten. sich ausbreiten und kreise ziehen. schallwellen die schon spürbar sind bevor sie das ohr erreichen.

ich will nicht dass es nicht mehr so schlimm ist wie früher. ich will dass es viel besser ist, viel besser wird, immer besser wird und nie am besten sein kann!

es gibt viele leute da draußen die an diese sache glauben. die sich gedanken machen und konzepte entwickeln um unsere gesellschaft weiter voran zu treiben. die nicht warten bis der schnee von selbst schmilzt und dann wieder alles ans tageslicht kommt, was kurzzeitig von dieser glitzernden schönheit verblendet wurde. denn sie wissen, dass wenn der schnee nur an-taut folgendes passieren kann: plötzlich fallen die temperaturen und aus den weichen, gefälligen kristallen wird hartes eis. eis das man kaum mehr vom asphalt ablösen kann, außer man rückt mit einer spitzhacke an. eis auf dem man nichts ahnend richtig fies ausrutschen kann. deshalb ist es vielleicht ratsamer den schnee wegzukehren, solange er frisch gefallen locker über allem liegt. ein schönes zwischenspiel, ohne zweifel wundervoll anzusehen und ein großer spaß für alle. und trotzdem nur hülle, nichts langfristiges oder beständiges.

ich freue mich über kleine erfolge. jeden tag. wenn egal ob im kreise meiner freunde, meiner familie oder meiner kollegen dinge passieren die zeigen, dass sich wirklich etwas ändert im bewusstsein aller. wir über themen sprechen können, offen miteinander sind und uns auf neues, anderes einlassen. manchmal heftig diskutieren und vielleicht nicht immer ganz einer meinung sein können, aber zumindest darüber sprechen können und zuhören. bereit sich auf die gedanken anderer einzulassen und nicht einfach nur so weitermachen wie immer. und umso mehr dieser menschen um mich sind, desto besser fühlt sich dieses „zusammen“ an. es entfaltet sich etwas wie ein glaube an die zukunft, die wirklich von uns geformt werden kann. in diesen momenten kann ich die verdrossenheit beiseite schieben wie lockeren schnee. die die mich glauben lässt ich könne ohnehin nicht viel ausrichten. oder ich solle und könne doch zufrieden mit dem bereits erreichten sein. das ist doch alles besser als noch vor 20 jahren.

aber meine messlatte liegt nicht in der vergangenheit. meine messlatte hat auch nichts mit dem zu tun was meine eltern noch nicht hatten oder meine kinder nicht mehr ertragen werden müssen. meine messlatte schiebe ich vor mir her. beständig. beharrlich. sie ist nicht dafür da erreicht zu werden. sie ist dafür da mir den blick auf das was ist frei zu halten. jeden tag. auch wenn es nicht schneit.

 

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