fuck you, i won’t do what you tell me

vielleicht wird uns der mangel an differenziertheit schon von klein auf beigebracht. in uns erziehenden und lehrenden institutionen tropfen für tropfen eingeflöst. ein denken das so in uns übergeht, in mark und bein, dass wir es garnicht mehr als binäres denken identifizieren vermögen. wen wundert es dann wenn einige mit „diesem thema“ garnichts anfangen können. wie kann man etwas hinterfragen und dekonstruieren, das man sich garnicht als konstruiert vorstellen kann? das normale, das grundsätzliche, die wahrheit – in frage stellen? natürlich ist es unvorstellbar und gradezu paradox, weil man garnicht gemerkt hat, dass man diese wahrheit erst beigebracht bekommen, gelernt hat. so wie man die existenz seiner eltern nicht in frage stellt. oder dass man lebt, atmet, existiert. ist halt so.

wir lernen diese normen. diese zwei grossen schachteln, in die wir alle anderen kleinen schachteln stopfen können. schwarz – weiß, tag – nacht, gut – böse, stark – schwach, schön – hässlich, mann – frau. stimmt doch alles. warum soll das auf einmal falsch sein?

klar, es ist ungemütlich und anstrengend diese comfort zone zu verlassen und nicht alles einfach so weiter zu machen wie bisher. oh, nein, es ist noch schwieriger: nicht so weiter zu denken wie bisher. knoten im kopf. es ist weit aus komplexer gender, und somit sich selbst, als performativen moment zu denken. und viele wollen das vielleicht auch garnicht, weil es sich so gut und sicher in der schachtel anfühlt. wenn man nicht rechtfertigen muss wer man ist und warum man dieses oder jenes tut – oder eben nicht tut. wenn plötzlich das aussehen nicht mehr in die schachtel der sexuellen orientierung passt. wenn auf einmal das äußere nicht mit dem inneren zusammen passt. ich die identität meines gegenübers nicht eindeutig festmachen und in die entsprechende schachtel verpacken kann. welch große desorientierung und verwirrung, mögen jetzt welche unken. wo soll das hinführen? wer soll uns denn wo genau hin führen und warum überhaupt soll uns jemand führen sollen frage ich mich.

wollen wir nicht lieber diejenigen sein die selbst herausfinden wo es lang geht? ich rede nicht von anti-autoritärer erziehung. auch nicht von basis-demokratie an jeder ecke. ich spreche von der befreiung vom binären denken um der freiheit der selbstfindung willen. darüber nachdenken was man wie einschätzt. zu sich, seiner meinung und seinen gefühlen, zu seinen intuitionen, bedürfnissen und vorstellungen stehen. weil sie von mir selbst kommen und nicht untergeordnet und unbewußt gelenkt sind. unverführbar zu tun, nur weil mir jemand sagt ich solle es tun. ein reflektierter, vollumfassend denkender und handelnder mensch.

und vielleicht verstehe ich dann auch ganz intuitiv, dass es ein bedürfniss ist sich über ein, zwei, drei, vier oder unendlich viele variationen von gender gedanken zu machen. dass ein gedanklicher schluckauf wie das dritte geschlecht nötig ist, um den weg zu finden, das gesamte spektrum zu erfassen. welches natürlich nicht zu fassen ist. aber was dazu führt zu erkennen: es gibt nicht nur das eine, das andere und das dazwischen. und die debatte wie dieses „inter“ nun letztendlich genannt werden solle, doch nur der unkonkrete versuch sein kann in eine viel übergeordnetere ebene zu gelangen. dann begreift unter umständen auch der ein oder andere, was die ständige reproduktion dieser schachteln mit uns menschen, die wir schliesslich individuen sind, machen kann.

ich mach mir meine eigenen schachteln. ist mir lieber. ich mach sowieso nicht so gern was man mir sagt.

 

the mask you live in

boys don´t cry

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