shout out loud!

wir wurden grösstenteils dazu erzogen wohlerzogen zu sein. wohl-erzogen um von unserem verhalten auf den zustand unserer erzieher rückschlüsse ziehen zu können. in dem falle dann also wohl-wollende gedanken. und selbstverständlich kann es dem ein oder anderen dann schwer fallen seine meinung kundzutun sofern diese irgendwie nicht in die norm passt. eventuell jemand anderen in un-wohl-sein versetzen könnte. es steht uns dann vielleicht garnicht zu, das was wir denken oder fühlen, zu sagen. auszusprechen und eine stimme zu geben. manchmal erscheint die eigene stimme zu laut, wenn sie doch gedanken ausspricht die ansonsten in unserem inneren unhörbar, für andere verborgen bleiben. und dort sind sie, so zumindest ein bekannter liedtext, frei. werden sie laut, hörbar und fangen an für alle sichtbar zu existieren scheint es zahlreiche versuche zu geben sie unfrei zu machen, zu verbieten, zu denunzieren, zu verurteilen oder überhaupt sie zu be-urteilen.

können wir freie gedanken nur zugestehen, solange sie nicht laut sind? bilden wir uns ein es gäbe diese „anderen“ gedanken, anderen meinungen und gefühle nicht, solange wir sie nicht sehen? das kann ich mir nicht vorstellen, das wäre ziemlich…naiv? all diese tabus, nur weil wir uns selbst fürchten vor dem was andere dazu sagen oder be-fürchten andere damit zu verletzen, weil sie nicht damit klarkommen dass wir genau diese gedanken und gefühle haben?

warum ist es überhaupt so, dass ein ausgesprochener gedanke, der vielleicht nicht denen der breiten masse entspricht, solch eine bedrohung für viele darstellt. obwohl er sich vielleicht nicht einmal gegen andere richtet, sondern nur die existenz einer anders-artigkeit darstellt. das andere bedeutet nicht den beweis dessen, dass ich nicht „richtig“ bin. es bedeutet auch nicht, dass das andere „anders“ ist. es bedeutet einfach nur dass es das meine, das andere und sicher noch viele andere gibt. ein umstand, der vielfalt andeutet und viel bedeutet zunächst einmal einen zugewinn – für alle.

ein plädoyer. sich auf die meinung, aussage und denke der anderen einzulassen und am besten sofort damit anzufangen. es ist wie mit so vielem: man muss es üben. immer und immer wieder. auch wenn es schief geht. die dinge werden sich nicht verändern wenn wir versuchen ihnen dabei zuzusehen. sie werden sich verändern weil wir uns verändern. neue positionen annehmen und einnehmen. blickachsen entdecken die neue wahrnehmungen ermöglichen. erkennen wieviel reicher an eindrücken wir mit der perspektive der anderen werden. und hoffentlich spürbar merken, wieviel freier wir selbst dadurch werden, wenn wir alle offener sind für das, was über das uns bekannte hinaus geht.

mehr. viel mehr.

 

Bild: shout out louds

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