ausser dem nichts

wenn diane kruger ihren mann und ihr kind verliert. urplötzlich. ohne vorwarnung. die volle breitseite des schicksals. all das verlieren was dich zu grossen teilen ausmacht. was bis dahin dein leben zu sein scheint. deinem leben sinn gegeben hat. wenn du also in solch einer existentiellen situation steckst. sind dann fragen nach gender und diversität, gleichbehandlung und gleichstellung noch von belang? haben sie die berechtigung oder relevanz in anbetracht deiner situation gestellt zu werden? können solche fragen überhaupt in betracht gezogen werden, wenn sie in solch einem moment eher „luxeriös“ erscheinen?

unserer gesellschaft wird oft unterstellt sie sei so über-voll und gesättigt, dass sich aus ihrem scheinbar nicht-existentiell-bedrohten dasein heraus so etwas wie luxusprobleme entwickeln müsste. aus der langeweile des sich-sicher-fühlens beschäftigen wir uns mit sogenannten intellektuellen bedürfnissen um überhaupt noch einen bedarf anmelden zu können. ich kenne etliche mitmenschen die mit dem thema gender „garnichts anfangen“ können. sie haben „keine meinung dazu“. es spielt schlicht und ergreifend keine rolle in ihrem leben dieses –gender–. natürlich ist mir klar dass sie nicht ausreichend aufgeklärt zu sein scheinen, was dieses thema überhaupt bedeutet. und ich laufe sicher nicht durch die gegend und spiele gender-messias. aber es schockiert mich trotzdem. handelt es sich hierbei doch um freunde und bekannte die ich als gesellschaftlich aufgeklärt und gebildet einstufe. denen eben nicht alles egal ist, sobald es sie nicht direkt persönlich betrifft. die offen sind für belange grösserer reichweite als derer ihres tellerrandes.

aber wenn wir uns in einer situation befinden die uns durch mark und bein geht, in der wir uns existentiell bedroht fühlen, in der wir unsere konzentration nur noch auf uns und unsere aller nächsten beschränken – schrumpft der blick auf die grösse einer espresso-untertasse (wenn überhaupt).

ich finde das einerseits nachvollziehbar. andererseits bedenklich. es gibt themen die scheinen mich nicht immer direkt zu betreffen. aber sie betreffen viele menschen mit denen ich zusammenlebe. in derselben herde die sich gesellschaft nennt. und ich möchte dass sie offen ist. so offen dass das andere nicht als bedrohung sondern als bereicherung identifiziert wird. so divers dass das andere zum eigenen wird. dass die tatsache dass wir alle verschieden sind ganz natürlich zum wesenszug unserer herde wird. und dass im falle einer bedrohung alle näher zusammenrücken und füreinander einstehen ohne darüber überhaupt nachdenken zu müssen ob dies eine über das existentielle hinausgehende frage ist oder nicht.

es gibt fragen die man immer stellen sollte.

überhaupt sollte man immer fragen stellen.

und am besten nie damit aufhören.

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